Fünf Stufen der Servitization im Maschinen- und Anlagenbau

4. Mai 2020

Servitization

Einige Hersteller haben bereits verstanden, dass die Zukunft Ihrer Maschinen und Anlagen im Service liegt. Hier haben wir für Sie beschrieben, was Servitization ist und was das für Sie und den Maschinenbau bedeutet. Um nun genauer einordnen zu können, wo sich Ihr Unternehmen auf dem Reifegrad der Servitization befindet, haben wir die folgende Übersicht als Hilfestellung erstellt.

Was sind die fünf Stufen der Servitization?

Reifegrad Skala Servitization

Auf der Reifegrad Skala der Servitization finden Sie ganz links in der ersten Stufe die Unternehmen, die dem Trend Richtung Service noch gar nicht gefolgt sind. Ganz rechts stehen Unternehmen, die bereits neue Geschäftsmodelle im Sinne von Asset-as-a-Service anbieten. Mit Hilfe der folgenden Schritte können Sie einordnen wo Sie mit Ihrem Unternehmen stehen:

  1. Sell & Forget
    Die erste Ausbaustufe der Servitization ganz links beschreibt den Reifegrad, wenn Maschinenbauer über Jahrzehnte hinweg Maschinen verkauft haben und nicht genau sagen können, wo sich diese überhaupt befinden. Vollständig reaktiv bedienen Sie nur einen Bruchteil Ihrer installierten Basis mit Grundlagen Services wie Gewährleistung und Ersatzteilen, laut Baines sogenannte “Base Services”. Laut VDMA bedient der deutsche Maschinenbau nur zwischen 10 und 25 % der eigenen installierten Basis mit Services. Das bedeutet, dass sich noch viele Unternehmen ganz am Anfang befinden.

  2. Fail & Fix
    Die zweite Ausbaustufe der Servitization beschreibt Maschinen- und Anlagenbauer, die dann reagieren, wenn sich Ihre Kunden oder Händler melden. Das heißt, sie bieten beispielsweise Wartung- und Instandhaltungsservices an, jedoch nicht proaktiv. Oft einhergehend mit diesem Reifegrad sehen wir unterdigitalisierte Prozesse wie papierbasierte Serviceberichte oder kein vorhandenes Ticketingsystem zur effizienten Verarbeitung von Serviceanfragen. Auch Ersatzteile und Wartungsangebote werden hier meist noch nicht über ein digitales Serviceportal oder Ähnliches angeboten.

  3. Service Excellence
    Unternehmen in diesem Reifegrad haben sich darauf konzentriert, ihr Servicegeschäft in den Griff zu kriegen. Schnelle Reaktionszeiten, hohe Serviceverfügbarkeiten, längere Planungshorizonte für Serviceeinsätze und beginnende proaktive Angebote im Service z.B. über Wartungsverträge. Hier kommen oft digitale Tools ins Spiel, die sowohl dem Innen- als auch Außendienst im Service das Leben erleichtern. Da gute Servicetechniker schwer zu finden sind, geht es hier vorwiegend um Effizienzsteigerungen des eigenen Teams.

  4. Digitale Services
    Viele Unternehmen möchten gerne die dritte Ausbaustufe überspringen und direkt zu Predictive Maintenance oder ähnlichen Angeboten übergehen. Um in der Zukunft digitale Services nachhaltig, proaktiv anbieten zu können, muss in Stufe 3 die nötige Infrastruktur als Grundlage geschaffen werden, damit hier Technologien wie das Internet der Dinge oder Augmented Reality Brillen sinnvoll Anwendung finden und dabei auch klare Geschäftsergebnisse generiert werden können.

  5. Asset-as-a-Service
    Die Endausbaustufe der Servitization ist dann erreicht, wenn nicht mehr das Produkt verkauft wird, sondern das Produkt als Service angeboten wird. Dabei handelt es sich oft um sogenannte performance-basierte Geschäftsmodelle, die mit “X-as-a-Service” beschrieben werden, wobei X heutzutage für “Alles” steht. Als Beispiel wird eine Maschine hier mit einer gewissen Verfügbarkeit an den Betreiber als Service vermietet, um u.a. das Risiko der Total Cost of Ownership auf den Hersteller zu verlagern (CAPEX zu OPEX). Ohne die vorherigen Stufen der Servitization durchlaufen zu haben, fällt es  Herstellern in der Regel sehr schwer diese Art von Geschäftsmodell gewinnbringend anzubieten.


Auf dem Weg der Servitization gibt es viele unterschiedliche Ausprägungen. Entscheidend ist einen klaren Fahrplan für die Transformation in Richtung Service aufzustellen und nicht zu viele Schritte auf einmal gehen zu wollen.

Ein Praxistipp von uns:
Berechnen Sie immer den Business Case für Ihren nächsten Schritt. Wer verdient damit mehr Geld oder spart Zeit oder Kosten? Nur wenn ein Business Case vorliegt, sollten Sie in den nächsten Schritt bzw. in die Digitalisierung im Service investieren.

Sie wollen Ihr Unternehmen in Richtung Servitization führen? Gerne zeigen wir Ihnen, wie wir anderen Unternehmen aus dem Maschinenbau heute bereits mit der Digitalisierung ihres Servicegeschäfts helfen und wie wir auch Ihnen helfen können.

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