Fünf Stufen der Digitalisierung auf dem Weg ins Zeitalter von IoT

4. März 2022

Digitalisierung

Einige Hersteller haben bereits verstanden, dass die Zukunft ihrer Produkte im Service liegt. Hier haben wir für Sie beschrieben, was Servitization ist und was das für Sie bedeutet. Um nun genauer einordnen zu können, wo sich Ihr Unternehmen auf dem Reifegrad der Digitalisierung und Servitization befindet, haben wir die folgende Übersicht als Hilfestellung erstellt.

Was sind die fünf Stufen der Digitalisierung auf dem Weg ins Zeitalter von IoT

Auf der Reifegrad Skala der Digitalisierung finden Sie ganz links in der ersten Stufe die Unternehmen, die dem Trend Richtung Service rund um ihre Dinge, Produkte, Geräte, Equipment etc. noch gar nicht gefolgt sind. Ganz rechts stehen Unternehmen, die bereits neue Geschäftsmodelle im Sinne von Anything-as-a-Service anbieten. Mit Hilfe der folgenden Stufen können Sie einordnen, wo Sie mit Ihrem Unternehmen heute stehen:

  1. Sell & Forget
    Die erste Ausbaustufe der Digitalisierung ganz links beschreibt den Reifegrad, wenn Hersteller z.B. von Equipment über Jahrzehnte hinweg ihre Produkte verkauft haben und nicht genau sagen können, wo sich diese überhaupt befinden. Vollständig reaktiv bedienen sie nur einen Bruchteil Ihrer installierten Basis mit Grundlagen Services wie Gewährleistung und Ersatzteilen, laut Baines sogenannte “Basis Services”. Laut VDMA bedient z.B. der deutsche Maschinenbau nur zwischen 10 und 25 % der eigenen installierten Basis mit Services. Das bedeutet, dass sich noch viele Unternehmen ganz am Anfang befinden.

  2. Fail & Fix
    Die zweite Ausbaustufe der Digitalisierung beschreibt Hersteller und Serviceunternehmen, die dann reagieren, wenn sich Ihre Kunden mit Anliegen zu ihren Produkten melden. Das heißt, sie bieten beispielsweise Wartung- und Instandhaltungsservices an, jedoch nicht proaktiv. Oft einhergehend mit diesem Reifegrad sehen wir unterdigitalisierte Prozesse wie papierbasierte Serviceberichte oder kein vorhandenes Ticketingsystem zur effizienten Verarbeitung von Serviceanfragen rund um Equipment. Auch Ersatzteile und Wartungsangebote werden hier meist noch nicht über ein digitales Serviceportal oder Ähnliches angeboten.

  3. Digitale Prozesse
    Unternehmen in diesem Reifegrad haben sich darauf konzentriert, ihre installierte Basis in den Griff zu kriegen und alle angeknüpften Prozesse zu digitalisieren. Hier kommen oft digitale Tools ins Spiel, die sowohl dem Innen- als auch Außendienst im Service das Leben erleichtern. Beispiel hierfür sind (Field) Service Management Systeme. Die Folge sind schnellere Reaktionszeiten, hohe Serviceverfügbarkeiten, längere Planungshorizonte für Serviceeinsätze und beginnende proaktive Angebote im Service z.B. über Wartungsverträge. Da gute ServicetechnikerInnen schwer zu finden sind, geht es hier vorwiegend um Effizienzsteigerungen des eigenen Teams.

  4. IoT & Automatisierung
    Viele Unternehmen möchten gerne die dritte Ausbaustufe überspringen und direkt zu Predictive Maintenance oder ähnlichen Angeboten übergehen. Um in der Zukunft digitale Services nachhaltig, proaktiv anbieten zu können, muss in Stufe 3 die nötige Infrastruktur als Grundlage geschaffen werden, damit hier Technologien wie das Internet der Dinge sinnvoll Anwendung finden und dabei auch klare Geschäftsergebnisse generiert werden können.

  5. Anything-as-a-Service
    Die Endausbaustufe der Digitalisierung und Servitization ist dann erreicht, wenn nicht mehr das Produkt verkauft wird, sondern das Produkt als Service angeboten wird. Dabei handelt es sich oft um sogenannte performance-basierte Geschäftsmodelle, die mit “X-as-a-Service” beschrieben werden, wobei X heutzutage für “Alles” steht. Als Beispiel wird eine Maschine hier mit einer gewissen Verfügbarkeit an den Betreiber als Service vermietet, um u.a. das Risiko der Total Cost of Ownership auf den Hersteller zu verlagern (CAPEX zu OPEX). Ohne die vorherigen Stufen der Digitalisierung durchlaufen zu haben, fällt es  Herstellern in der Regel sehr schwer diese Art von Geschäftsmodell gewinnbringend anzubieten. Es ist wichtig zu sagen, dass nicht für alle Produkte diese Ausbaustufe sinnvoll ist. Es gilt aber festzuhalten, dass sofern das jeweilige Kundensegment ein solches Geschäftsmodell wünscht, Hersteller und auch Servicepartner in der Lage sein sollten, dieses anzubieten.


Auf dem Weg in Zeitalter von IoT und neuen Geschäftsmodellen gibt es viele unterschiedliche Ausprägungen. Entscheidend ist einen klaren Fahrplan für die Transformation in Richtung Zukunft aufzustellen und nicht zu viele Schritte auf einmal gehen zu wollen.

Ein Praxistipp von uns:
Berechnen Sie immer den Business Case für Ihren nächsten Schritt. Wer verdient damit mehr Geld oder spart Zeit oder Kosten? Nur wenn ein Business Case vorliegt, sollten Sie in den nächsten Schritt bzw. in die Digitalisierung im Service investieren.

Sie wollen Ihr Unternehmen in Richtung digitale Zukunft führen? Gerne zeigen wir Ihnen, wie wir anderen Unternehmen heute bereits mit der Digitalisierung rund um ihr Equipment helfen und wie wir auch Ihnen helfen können.

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